Sind Sie Immobilieneigentümer, erben Sie eine Immobilie oder ziehen Sie den Kauf einer inländischen Immobilie in Erwägung, kommen in Österreich einige Steuerabgaben auf Sie zu. Die Höhe der jeweiligen Immobiliensteuer ist in Österreich je nach Region unterschiedlich.

In Österreich gilt bei der Grunderwerbsteuer ein einheitlicher Steuersatz. Bei der Grundsteuer können hingegen die Kommunen selbst bestimmen. Beim Erbe von Liegenschaften ergeben sich durch die Abschaffung der Erbschaftssteuer wiederum Extraregelungen.

Grunderwerbsteuer

ImmobiliensteuerBeim Erwerb einer Immobilie in Österreich gehört mit Vertragsabschluss die Grunderwerbsteuer zu den üblichen Anschaffungskosten. Diese Immobiliensteuer wird einmalig beim Immobilienkauf fällig und beträgt bundesweit 3,5 Prozent des Verkaufspreises. Findet der Erwerb innerhalb des Familienverbandes statt, beträgt der Steuersatz hingegen nur 2 Prozent. Zum Familienverband zählen in Österreich laut Definition der Ehegatte oder Partner, die Eltern, Kinder und Enkelkinder sowie die Stief- und Schwiegerkinder.

Ist keine finanzielle Gegenleistung für den Erwerb der Immobilie vorhanden (Schenkung) oder ist der Zahlungsbetrag geringer als der aktuelle Marktwert, ist der gemeine Wert die Bemessungsgrundlage für die Grunderwerbssteuer. Dieser ist entweder durch ein Schätzungsgutachten nachzuweisen oder zumindest durch einen Vergleich mit ähnlichen Objekten in der näheren Umgebung zu bestimmen.

In seltenen Fällen können Sie sich auch von der Grunderwerbsteuer befreien oder sich diese zurückerstatten lassen. Dieser Fall tritt zum Beispiel ein, wenn eine geschenkte Immobilie wegen eines Rechtsanspruches herausgegeben wurde oder die Gegenleistung für die Immobilie einvernehmlich innerhalb von drei Jahren nachträglich herabgesetzt wird.

Die Grundsteuer

Eine weitere Immobiliensteuer ist in Österreich die Grundsteuer. Diese wird jährlich von den österreichischen Gemeinden auf den inländischen Grundbesitz erhoben, denen der Ertrag auch zur Gänze zukommt. Der Steuersatz ist daher je nach Region unterschiedlich hoch.

Bemessungsbasis für die Grundsteuer ist der von den Finanzämtern festgestellte Grundsteuermessbetrag, der aus dem Einheitswert der jeweiligen Immobilie errechnet wird. Die Gemeinden in Österreich sind bei der Steuerfestsetzung ermächtigt, einen einheitlichen Hebesatz von bis zu 500 Prozent auf den Grundsteuermessbetrag anzuwenden.

Die Einnahmen durch die Grundsteuer sind in Österreich traditionell niedrig. Nur drei EU-Länder (Malta, Kroatien und Luxemburg) erheben eine noch geringere Grundsteuer. Denn für die Höhe der Steuer ist nicht der tatsächliche Wert einer Immobilie ausschlaggebend, sondern der seit Jahrzehnten unveränderte Einheitswert.

Die Immobilienertragsteuer

Da die Spekulationsfrist in Österreich abgeschafft wurde, unterliegen seit 2012 grundsätzlich sämtliche Veräußerungsgewinne von Immobilien der Einkommensteuerpflicht. Ausgenommen sind davon im Wesentlichen nur der Hauptwohnsitz sowie selbst erbaute Häuser.

Die bisherige Spekulationsfrist hat aber nach wie vor Bedeutung für die sogenannten „Alt-Grundstücke“ (vor dem 31. März 2002 angeschaffte Grundstücke), für die normalerweise nur eine moderate Einkommensteuer von 3,5 Prozent des Veräußerungserlöses anfällt.

Der Veräußerungsgewinn wird durch die Differenz zwischen dem Veräußerungserlös und den Anschaffungskosten ermittelt. Der Veräußerungserlös ist dabei immer in tatsächlicher Höhe anzusetzen.

Einkünfte aus Immobilienveräußerungen werden seit dem 1.1.2016 mit einem Steuersatz von 30 Prozent belegt. Überdies fiel parallel ein bis dato gültiger sogenannter Inflationsabschlag weg, der diese Steuer noch einmal deutlich verringert hatte. Befreit von der Immobilienertragsteuer sind allerdings weiterhin jene Verkäufer, die ihr Haus oder ihre Wohnung als Hauptwohnsitz genutzt haben, entweder in den letzten zwei Jahren durchgängig oder in fünf der letzten zehn Jahre. Hier wird beim Verkauf oder bei der Vererbung an Personen außerhalb der Familie nur die Grunderwerbsteuer von 3,5 Prozent auf den Verkehrswert fällig.

Erbschaft von Immobilien

Die Erbschaftssteuer ist in Österreich 2008 abgeschafft worden. Geerbte Grundstücke und Immobilien unterliegen stattdessen der Grunderwerbsteuer in Höhe von 3,5 Prozent, beziehungsweise 2 Prozent bei nahen Angehörigen. Für Ehegatten ist es sogar möglich, die gemeinsame Immobilie steuerfrei aufzuteilen, wenn die Nutzfläche eine Größe von 150 m² nicht übersteigt.

Bei der Bemessung des fälligen Zahlungsbetrags wird der dreifache Einheitswert des Objekts herangezogen. Die Höhe des fälligen Zahlungsbetrags hängt somit vom aktuellen Marktwert der geerbten Immobilie ab. Hier kann eine fachkundige Immobilienwertermittlung die Lösung sein.

Da eine Fehleinschätzung bei der Immobilienbewertungimmobilienbewertung verheerende Auswirkungen auf die Steuerhöhe haben können, ist es wichtig, einem fachkundigen Experten die Wertermittlung Ihrer Immobilie anzuvertrauen. Wenden Sie sich in diesem Fall gern an den Service von HAUSGOLD, der Ihnen aus dem weiten Netzwerk aus Spezialisten den richtigen Ansprechpartner vermittelt.